Der pädagogische Weg begann mit Jugendarbeit in Südwestfalen und mündete in ein Studium des Lehramts Sonderpädagogik, an der Universität zu Köln, mit den Förderschwerpunkten der emotionalen und sozialen Entwicklung und des Lernens. Integriert in die Studien– und die anschließende Promotionszeit (unterstützt durch ein zweijähriges Graduiertenstipendium der Universität zu Köln) waren pädagogische und leitende Tätigkeiten in internationalen Sommerworkshops mit lernmotivierten Jugendlichen, zunächst für die High/Scope Educational Research Foundation in Michigan (Prof. Dr. David P. Weikart) und später in Kooperation mit Prof. Dr. Karl-J. Kluge (Kreative Sommercamps, erew-Akademie). Dr. Bröcher leitete in diesen Jahren eine zweite Serie von inklusiven deutsch-französisch-polnischen Sommerworkshops mit erlebnispädagogischem Programm, ebenfalls in Kooperation mit der erew-Akademie und Prof. Dr. Karl-J. Kluge und Eva Kluge. Anschließend ging er ins Düsseldorfer Studienseminar und in den Nordrhein-Westfälischen Schuldienst. Dr. Bröcher engagierte sich 18 Jahre in der schulischen Praxis, an spezialisierten Förderschulen mit den Schwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie Lernen, als Lehrer, zwischenzeitlich fünf Jahre als Inklusionspädagoge an Grund– und Hauptschulen, später als Konrektor und Schulleiter, wiederum in spezialisierten schulischen Settings (Solingen, Oberbergischer Kreis, Köln, Kreis Olpe, Siegen), privat engagierte er sich pädagogisch als zweifacher Vater.

Parallel lehrte Dr. Bröcher an der Justus-Liebig-Universität Gießen als Vertretungsprofessor, an der Universität zu Köln als Privatdozent, an der Universität Hamburg, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und an der Ludwig-Maximilians-Universität München als Lehrbeauftragter, mit dem Schwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklungsförderung, in Schule und Unterricht. Die in Kooperation mit Prof. Dr. Hans-Günther Richter (Universität zu Köln) unternommene Habilitation erfolgte berufsgleitend. Im Sinne qualitativer Forschung rekonstruierte Dr. Bröcher die Lebenswelten, Lebensthemen und Lebenskonflikte von Kindern und Jugendlichen mit einer erschwerten emotionalen und sozialen Entwicklung und einer erschwerten Lernbiographie, auf der Basis ihrer Bildgestaltungen und jugendkulturellen Orientierungen, um von hier aus eine lebensweltorientierte, bindungsorientierte, handlungsorientierte und partizipative Pädagogik und Didaktik zu entwickeln. Ergänzende Handlungsfelder während dieser Jahre des Schuldienstes in Nordrhein-Westfalen waren, nach eigener, längerfristiger und zertifizierter Weiterbildung auf den Gebieten Führung, Coaching und sinnverstehender Fallberatung, das Durchführen von Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie die Begleitung von Schulen auf dem Gebiet der Entwicklung von Schulprogramm und Schulkultur.

2008 berief ihn Sachsen-Anhalts Kultusminister Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz auf eine Professur für kindliche Entwicklung, Bildung und Sozialisation an die Hochschule Magdeburg-Stendal. Schwerpunkte waren hier Schulbegleitung und Schulberatung aus einer subjektzentrierten Perspektive, die Entwicklung von hochschuldidaktischen E-Learning-Formaten und interaktiven Studienmaterialien, ein lebhafter Austausch von Studierenden und Lehrenden mit den Vereinigten Staaten und Transatlantische Workshops in Kooperation mit der Lenoir-Rhyne University North Carolina, Hickory, der University of South Carolina Upstate, Spartanburg sowie dem Wheelock College Boston. 2010 ging Dr. Bröcher als International Presidential Visiting Scholar ans Wheelock College Boston, um dort den Dialog mit den amerikanischen Partnern zu vertiefen und zu forschen.

2012 berief ihn der Präsident der Europa-Universität Flensburg auf einen Lehrstuhl nach Schleswig-Holstein. Im dortigen Institut für Sonderpädagogik fungiert Dr. Bröcher als Direktor der Abteilung „Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung“. Die Module im Bachelorstudiengang „Bildungswissenschaften Profil Sonderpädagogik“ und insbesondere der Teilstudiengang „Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung“ im Rahmen des Master-Studiums Lehramt Sonderpädagogik wurden unter seiner Leitung neu entworfen, ausgearbeitet und akkreditiert: unter Berücksichtigung des internationalen Forschungswissens und in breit aufgespannter Perspektive, von empirisch-evidenzbasiert über forschungsbasiert-qualitativ und historisch-hermeneutisch bis hin zu gesellschaftskritisch und ideologiekritisch.

2012 bis 2015 leitete Dr. Bröcher ein narrativ-biographisch und intergenerational angelegtes Forschungsprojekt mit älteren Menschen in Süd-Westfalen, das sich zu hohen Anteilen um Erzählungen aus dem Dritten Reich drehte und die Lebenserfahrungen dieser Frauen und Männer im Hinblick auf eine demokratische Erziehung und deren Förderung in den Schulen der Gegenwart reflektierte. Die gemeinsam mit Prof. Dr. Janet F. Painter, Lenoir-Rhyne University, Hickory, North Carolina, und Dr. Joyce H. Davis, University of North Carolina at Asheville, generierten Ergebnisse dieser Forschung sind Anfang des Jahres 2017 im „International Journal of Lifelong Education“ zunächst online erschienen.

Außerdem entstanden in den Jahren 2012 bis 2016 eine Serie von Studien zur Problematik des Trainingsraum-Programms („Responsible Thinking Process“) an deutschen Schulen, zur Reform einer konfrontativen, paramilitärischen Förderschule im Feld der emotionalen und sozialen Entwicklungsförderung, zum Mobilen Layout im Feld ästhetischer Bildung in der Inklusions-/Sonderpädagogik, zum Thema Reisen mit Kindern als Bindungs– und Bildungserfahrung, zur qualitativen Auswertung eines Lehrertagebuchs („How a Practitioner Thinks in Action“, 2015), zu den Möglichkeiten und Chancen autobiographischer Reflexion im Rahmen des Lehramtsstudiums (mit Prof. Dr. Janet F. Painter, Dr. Joyce H. Davis und Arwed Williams) oder zur Thematisierung der  inklusiven und exklusiven gesellschaftlichen Kräfte über Storytelling („Incident on a Train“, 2014). Es entstand ferner ein Band mit eigenen berufsbiographischen Reflexionen („Inspirational Moments in an Educator´s Life“, 2015).

In Kooperation mit der Münchner Schulstiftung Ernst v. Borries ging es Dr. Bröcher in den Jahren 2014 und 2015 um die Frage, ob und wie sich School-Wide Positive Behavior Support (PBIS), oder einzelne Elemente aus diesem nordamerikanisch geprägten Interventionssystem, an inklusiven Schulen in Deutschland anwenden lassen. Dabei wurde auch untersucht, inwieweit dem andere Rollenverständnisse von hiesigen Lehrkräften, andere Schul– und Organisationskulturen, andere Bildungsideale und eine kritische Haltung der Lehrerschaft gegenüber Funktionalisierungsprozessen, wie sie vielfach mit RTI-Modellen assoziiert werden, entgegenstehen.

Unter Rückgriff auf Theoriebestände aus den Bereichen Kulturgeographie, Stadtsoziologie, Stadtökologie und Urban Studies bzw. Metropolenforschung versucht Dr. Bröcher seit dem Jahr 2015 dem Anregungspotenzial der „Creative City“ Berlin auf die Spur zu kommen, dies auf sozialer, kultureller wie ökonomischer Ebene, um daraus Rückschlüsse für die Entwicklung von innovativen Schulkulturen zu ziehen.

Seit 2013 ist Dr. Joachim Bröcher als Peer Referee für das Elsevier-Journal „Teaching and Teacher Education“ (TATE) tätig.                                                               

Letzte Aktualisierung: 25. Mai 2017

 

 

                                                        

Universitätsprofessor Dr. habil. Joachim Bröcher

 

Europa-Universität Flensburg

Institut für Sonderpädagogik

Abteilung Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung

Auf dem Campus 1a, D-24943 Flensburg

joachim.broecher@uni-flensburg.de

Tel. 0461-805-2686

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Leitmotiv ...

 

...das Feste, Stabile und Haltgebende (Quader) auf der einen Seite, und das Bewegliche und Veränderliche (Kugel) auf der anderen Seite, und das Zusammenspiel von beidem... symbolisiert in dieser Skulptur in Johann Wolfgang von Goethes Garten im Weimarer Ilm-Tal ...

 

 

 

Informationen für

Studierende

Termine Sprechstunden

Termine Seminare

 

Publikationen

 

Vorträge

 

Mitgliedschaften

ESREA Network on Life History and Biographical Research

Association for Experiential Education (AEE)

Association for Positive Behavior Support (APBS)

Deutscher Hochschulverband (DHV)

 

English Version

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://blog.softwareinsider.org/wp-content/uploads/2015/07/linkedin-logo..png

In Goethes Garten im Weimarer Ilm-Tal